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Architektur Ein Zyklon im Herzen Belgrads
von Sven Wernicke am 17. Oktober 2012
Kurviges Zentrum am Fluss: Wie sich ein japanischer Architekt Belgrads neue Verbindung zwischen Geschichte und Zukunft vorstellt. ![]() Belgrad bei Nacht - zumindest nach den futuristischen Entwürfen von Sou Fujimoto (Renderings: Sou Fujimoto) Der japanische Architekt Sou Fujimoto hat eine Vision. Er möchte in der serbischen Hauptstadt Belgrad am Ufer des Flusses Save, der in der Millionenmetropole in die Donau mündet, einen Zyklon entstehen lassen. In diesem sollen die Menschen shoppen und stets einen Blick auf die Sehenswürdigkeiten der Stadt erhalten. Bereits im vergangenen Jahr stellte Fujimoto mit dem Architektenteam von ARCVS das Konzept für ein neuartiges, ja mutiges Einkaufszentrum mit angeschlossener Promenade vor. Im internationalen Wettbewerb „Zentrum am Fluss“ sollte die in Belgrad bekannte „Beton-Halle“ neu gestaltet werden. Die Idee von ARCVS gewann den ersten Platz, und das trotz des ziemlich eigenwilligen Ansatzes. ![]() Von oben schaut man dem Zyklon ins Auge: So sieht er aus, Sou Fujimotos Entwurf für Belgrad (Rendering: Sou Fujimoto) Aus der Vogelperspektive wird das Ausmaß deutlich: Verschwurbelte Gehwege führen zum Ufer des Flusses, direkt zur berühmten Festung oder zum bei Touristen beliebten Park Kalemegdan. Geschäfte, Aussichtspunkte und städtische sowie gastronomische Einrichtungen laden zum Flanieren ein, Ruhezonen zum Erholen. Fahrstühle bringen Menschen zu den obersten Stockwerken, die auch zu Fuß über die treppenlosen Plattformen erreicht werden können. Lange Laufwege sind vermutlich vorprogrammiert. Und es bleiben natürlich ein paar Fragen. Zum Beispiel: Aus welchem Material könnten fast durchsichtig erscheinende Promenaden bestehen? Wird eine Armada an Putzkräften für die Reinigung dieser benötigt? Das Konzept, das in der Tat an einen Wirbelsturm erinnert, umfasst eine Fläche von 11.000 Quadratmetern und könnte eine unkonventionelle Schnittstelle zwischen architektonischer Moderne und den alten Wahrzeichen Belgrads darstellen. Faszinierend: Egal, wo man sich in dieser neuen Beton-Halle befinden würde – ein Blick auf die Schönheiten der Stadt soll stets gewährleistet sein. Fujimoto bezeichnet seinen Entwurf als Wolke. Ob die Besucher die Regentropfen darstellen? Unklar ist, ob es bei dieser wohl einzigartigen Idee bleibt oder eine Realisierung vorstellbar ist. Zuletzt hieß es, der Bau würde 25 Millionen Euro verschlingen und vier Jahre in Anspruch nehmen. Für die Stadt ist die neue „Beton-Halle“ von großer Bedeutung, gehört sie doch zu den wichtigsten Anlaufstellen der Bevölkerung und der Gäste. Nur wird dieses Potential derzeit nicht genutzt. Ähnliche Artikel Martin Freund begibt sich auf die Spuren von King Henry VIII. und seiner Vielweiberei. Mit dabei… Martin Freund besucht die renommierte David-Bowie-Ausstellung im Londoner V&A Museum. Mit seinem… Martin Freund begibt sich in die Lichtskulpturen einer der nachgefragtesten Ausstellungen…
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