Biofotovoltaik
Photosynthese in den eigenen vier Wänden

Lebende Einrichtungsgegenstände: Biofotovoltaische Möbel sind bisher nur ein Konzept. Bald aber könnten Moos-Tisch und Co. zu echten alternativen Stromquellen werden.

Bis zum Perpetuum Mobile ist es noch ein weiter Weg: der Moostisch, der seine Beleuchtung selber generiert

Bis zum Perpetuum Mobile ist es noch ein weiter Weg: der Moostisch, der seine Beleuchtung fast selber generiert (biophotovoltaics.wordpress.com)

Wer die Natur liebt, kann entweder raus ins Grüne fahren – oder sich ein paar der biofotovoltaischen Möbel in die eigenen vier Wände holen. Mit denen lässt sich nämlich nicht nur die Umwelt genießen, es lassen sich auch elektronische Kleingeräte mit Strom versorgen.

Aber: Um was für Möbelstücke geht es hier eigentlich?  Bisher gibt es eigentlich nur eines, und selbst das ist bisher bloß ein Konzept. Die Rede ist vom sogenannten Moos-Tisch, der als Paradebeispiel für den zukünftigen möglichen Einsatz von biofotovoltaischer (BPV) Technologie herhalten muss. Die Idee dahinter ist, dass die Energie, die während des Tages durch Pflanzen (hier: Moos) generiert wird, in einem Akku gespeichert und dann zum Betrieb eines elektrischen Gerätes wie etwa einer Lampe genutzt werden könnte.

Ausgedacht haben sich das Konzept der biofotovoltaischen Möbel Designer und Wissenschaftler der Universität Cambridge, die wiederum die BPV-Technologie in ein praktisches Umfeld integrieren möchten. Wie genau dieser Prozess funktioniert? Im Grunde passiert Folgendes: Während der Photosynthese lässt das Moos verschiedene biologische Stoffe in den Erdboden frei, der seinerseits Bakterien enthält. Diese Bakterien bauen die freigesetzten Stoffe ab, da sie diese zum Überleben brauchen. Während dieses Vorgangs wird ein Beiprodukt freigesetzt, das Elektronen besitzt, die ihrerseits von leitfähigen Fasern im Inneren des Moos-Tisches aufgefangen werden. Energie also, die sonst komplett ungenutzt bleiben würde.

Insgesamt klingt das alles noch nach grüner Zukunftsmusik – die Aussichten jedoch sind beeindruckend: Derzeit ist es den Wissenschaftlern möglich, aus einem Quadratmeter dieser Moos-Fläche etwa 50 Milliwatt Strom zu erzeugen. Ziel ist es, etwa 3 Watt pro Quadratmeter generieren zu können. Mit der Entwicklung von immer stromeffizienteren Geräten könnte das in Zukunft also eine echte alternative Stromquelle sein, vor allem in solchen Gegenden, wo Strom noch nicht verfügbar ist. Da es sich bisher noch um ein Konzept handelt, kann der Moos-Tisch bis auf Weiteres nicht käuflich erworben werden. Eine Digital-Uhr aber, die durch Moos betrieben wird, ist derzeit in Arbeit.

Ähnliche Artikel
 1 2 3 4
Ausflugsziel Hampton Court
Martin Freund begibt sich auf die Spuren von King Henry VIII. und seiner Vielweiberei. Mit dabei…

Alexandra Bircken zerschneidet Motorräder
Die Ausstellung “Inside out” präsentiert Leder mit…

Ein Art Market für Kunstliebhaber mit Kutte
Gucken und kaufen? In der Berliner Ausstellung “Vintage…

David Bowie Is
Martin Freund besucht die renommierte David-Bowie-Ausstellung im Londoner V&A Museum. Mit seinem…

Spinnerbrücke - das fröhliche Kuddelmuddel
Jan Joswig zieht es am ersten warmen Sonntag des Jahres…

The Light Show
Martin Freund begibt sich in die Lichtskulpturen einer der nachgefragtesten Ausstellungen…

Ähnliche Galerien
1 2 3 4
Schlagwörter